„Ladies Night“ mit Sarah Keshtkaran in der Friedenskirche in Buchholz/Nordheide: Bodyshaming steht der Selbstliebe im Weg

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Im August 2018 trafen sich über 100 Frauen zu der sogenannten „Ladies Night“ in der Friedenskirche in Buchholz in der Nordheide. Bei leckeren Snacks und selbstgemachter Bowle konnten sich die Buchholzer Frauen ganz „unter sich“ austauschen, feiern und Mut schöpfen. Im Zentrum des Abends stand Sarah Keshtkaran, die sich auf die Fahne geschrieben hat, Frauen zu ermutigen. Sie spricht unter anderem über Bodyshaming, Selbstwert und Selbstliebe und sagt: „Sind alle Menschen „gleich schön“? Nein! – aber das ist nicht entscheidend.“

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Das klingt im ersten Moment nach nichts Neuem und hinterlässt einen langweiligen Nachgeschmack. Aber Moment! Später fügt sie noch etwas hinzu, das frisch, neu und fast schon frech wirkt.

Sarah Keshtkaran ist Mutter von zwei Kleinkindern und spricht vielen anderen Frauen aus der Seele, wenn sie sagt:

„Nach der Schwangerschaft fand ich mich irgendwie dick, weich und hässlich. Ich war zutiefst unglücklich.“

Die 29-jährige Theologin und Straßenpädagogin blieb allerdings nicht einfach auf diesem Standpunkt stehen. Sie forschte über das Thema Schönheit nach und fand heraus, dass 91% aller Frauen ihren Körper hassen! Das ist absolut furchtbar. Dieses Selbstbild gepaart mit dem perfekten äußeren Frauenbild, das uns ständig in Zeitschriften, Instagram oder im Fernsehen suggeriert wird, lässt eine ganze Generation an Frauen in Scham und Selbsthass rutschen.

Bodyshaming steht unserer Selbstliebe im Weg

Sarah Keshtkaran stellt sich diesem neuen Anti-Trend Bodyshaming ganz klar entgegen und sagt: Schönheit bestimmt nicht unseren Wert – keine Frau ist perfekt. Aber wir sind alle WÜRDIG. Würdig, geliebt zu werden. Geliebt von Gott, Anderen und uns selbst.

Wir sind nicht „gleich schön“

„Sind wir alle gleich schön? Denkt ihr, Gott würde uns alle als „gleich schön“ beschreiben? Nein! „Gleich schön“ würde bedeuten, dass wir alle gleich aussehen – und das ist ganz klar nicht der Fall. Es gibt Frauen, die sind mit einem schön anzusehenden Körper gesegnet. Und dann gibt es Frauen, die müssen ständig auf ihre Figur achten und haben trotzdem stets 15 Kilo zu viel drauf. Dann gibt es welche, die haben eine tolle Haut – und welche, bei denen hängt alles, liegt in Falten und wirkt schwabbelig. Das ist nun mal so!“

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Und wieder zeigt sie auf: äußerlich zu betrachtende Schönheit ist nicht unser Wert! Schönheit ist keine Skala, an der wir irgendetwas bemessen können! Ein Mensch ist doch nicht die Summe seiner Körperteile – sondern viel eher ein Produkt seiner Gedanken, Taten und ganz individuellen Eigenschaften. Wir Mütter würden doch alle unsere Kinder unendlich stark lieben, egal wie sie aussehen! Denn das Aussehen ist für die Liebe nicht wichtig!

Unsere Körper sind Instrumente, geschaffen um benutzt zu werden, um Freude zu empfinden, durch Pfützen zu springen, Leben zu schenken, Nahrung zu spenden, Bäume zu pflanzen. Der Körper einer Frau ist keine Ming-Vase, kein rohes Ei! Jede Frau hat einen Körper, aber eine Frau IST nicht ihr Körper. Jede Frau ist doch ein Kind Gottes – gewollt und geliebt, genauso wie sie ist. Wir können darauf Vertrauen, das wir kein Fehler sind. Fehlerfrei zu sein: das ist ein Zuspruch an jede Frau – kein Anspruch, den wir erfüllen und gerecht werden müssen!

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Mit dieser Botschaft schickte sie die über einhundert Frauen in den lauen Sommerabend. Manche fühlten sich beflügelt, manche eher niedergeschlagen, nahezu missverstanden. Aber eines hat Sarah Keshtkaran definitiv erreicht: sie hat uns zum Nachdenken gebracht und jede einzelne Frau dazu eingeladen, tiefer in sich hineinzuschauen – tiefer als nur bis zur eigenen Körperhülle.

Herzlichst, Rebecca

Sarah Keshtkaran ist 29 Jahre alt und lebt zusammen mit ihren zwei Kindern und ihrem Mann in Hamburg. Sie bloggt auf honigdusche.com und hat gerade ihr erstes Buch „Frauen, die keinen Punkt machen, wo Gott ein Komma setzt.: Eine Einladung zu mutiger Weiblichkeit“ veröffentlicht. Sarah hat Theologie und Straßenpädagogik studiert und wird 2018 mit ihrer Familie nach Äthiopien ziehen.

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