Fernsehen: Wieso Kleinkinder nicht zwischen Realität und Fiktion unterscheiden

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Fernsehen ist das „Fenster zur Welt“, es stellt die Welt in der wir leben realistisch dar. Im Fernsehen werden Auge und Ohr angesprochen und allein dieser Umstand macht das Medium Fernsehen attraktiv und glaubwürdig für alle Menschen – nicht nur für Kleinkinder.

Eine große Schwierigkeit stellt allerdings dar, dass Kleinkinder (also sogenannte Kita-Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren) nicht in der Lage sind, zwischen Realität, Traum und Fantasie zu unterscheiden oder Mögliches von Unmöglichem zu trennen. Ein Beispiel hierfür ist die Zauberei – wenn Papa einen Zaubertrick vorführt, dann denken Kleinkinder, dass Papa auch wirklich zaubern kann. Für ein Kleinkind sind audio-visuelle Eindrücke, Vorstellungen, Gedanken und Träume gleichermaßen real, da sie alle reale Emotionen beim Kind hervorzurufen vermögen.

Schlussfolgerung 1: Etwas ruft Emotionen vor – dann ist es auch real! 

Besonders Filme spielen mit der Vermischung von Wahrem und Unwahrem, was für Kinder ein großes Problem darstellt: Sie denken die Filme sind „Realität“, da Filme sich bewegen – und Bewegung ist für Kleinkinder ein Merkmal von Lebendigkeit.

Schlussfolgerung 2: Wenn sich etwas bewegt, dann ist es auch lebendig!

Bilderbücher sind hier anders: sie sind starr und das Kind kann es zuklappen und in den Schrank stellen. Das macht es dem Kind leichter zu begreifen, dass die Bilder und Geschichten in Büchern Fiktion sind.

Ein weiterer Nachteil der mangelnden Unterscheidungsfähigkeit von Kleinkindern beim Fernsehen sind die Werbeblöcke, die in regelmäßigen Abständen über den Bildschirm flimmern. Besonders Werbung ist hochsuggestiv und zeichnet sich durch extrem schnelle Schnitttechnik, knallige Farben und eingängige Musik aus. Kleinkinder sind gar nicht in der Lage, die übermäßige Flut an Informationen in der kurzen Zeit aufzunehmen und zu verarbeiten. Sie könnten „überdrehen“ und werden im schlimmsten Fall sogar aggressiv. Hinzu kommt, dass Kinder nicht zwischen eigentlichem Filmprogramm und Werbung unterscheiden können, d. h. die Kinder halten auch die Werbung für einen „Film“ im eigentlichen Sinne.

Besonders wichtig ist es, auch im Zusammenhang mit Werbung nochmals hervorzuheben, dass Kleinkinder nicht zwischen Film und Realität unterscheiden können! Kinder halten die Werbefilmchen für Realität und deren Aussagen für wahr.

Schlussfolgerung 3: Werbung stellt die Wirklichkeit dar!

Ich überlasse es jedem selbst, sich zu überlegen, welche Schlüsse jeder für sich aus diesen Erkenntnissen ziehen möchte. Ich lade dich jedoch herzlich dazu ein, deinen persönlichen Medienkonsum einmal kritisch zu überdenken – schließlich bist du als Erwachsener ein Vorbild. Mit dir fängt alles an – du entscheidest über die Fernbedienung, nicht dein Kind und auch nicht der Fernseher.

Herzlichst, Rebecca

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2 Kommentare

  1. Liebe Rebecca ich finde es grandios wie du auf die Dinge aufmerksam machst! Ergänzend möchte ich hinzufügen das die Werbung unsere Kinder zu der nächsten Generation Konsumenten heran zieht und Eltern das aus verschiedenen Gründen ebenfalls unterstützen! Wo soll das alles hinführen?
    Be blessed
    Dein meinalternativesleben

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  2. Danke! Man muss doch immer wieder mal daran erinnert werden, obwohl man es im Grunde weiß…
    Ich gebe oft viel zu schnell nach, wenn die Kids fern sehen wollen und dann bin ich zu inkonsequent den Konsum zeitnah wieder zu stoppen.

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