Erzieherin: „Der Genderwahn idealisiert unsere Kinder an der Realität vorbei“

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„Sei was immer du willst! Es sei denn, du bist ein Einhorn – dann sei ein Einhorn!“
Diese Lehre passt zu unserer pluralistischen, individualisierten Gesellschaft. Doch ist es auch angemessen? Ist es nicht sinnvoll und naturgemäß, wenn manche Dinge einfach sind, wie sie sind? Gehört es nicht einfach zum Leben dazu, dass es bestimmte Dinge gibt, die ich mir nicht aussuchen kann?

Ich bin Ehefrau und Mutter von zwei Töchtern. Ich arbeite freiberuflich als Erzieherin und betreue hauptsächlich Kindern im Alter bis drei Jahre. In meiner Arbeit muss ich mich stets in Hinsicht auf die „Gender-Pädagogik“ reflektieren. Ich bespreche mich mit meinen Kolleginnen und bilde mich weiter. Neulich sah ich einen Bericht über eine Kita in Schweden, in der geschlechterneutral gearbeitet wird. Oder ich las einen Artikel von einem Psychologen, der es schlichtweg als unlogisch betrachtet, wenn Menschen meinen, zu wissen, wie sich ein Anderer wirklich fühlt – erst recht, wenn es das andere Geschlecht ist.
Ich überlege mir bewusst im beruflichen Alltag: Wie gehe ich mit den Kindern um? Inwiefern berücksichtige ich die Unterschiede bei den Geschlechtern? Gibt es überhaupt Unterschiede? Welche Spielangebote mache ich und wofür interessieren sich die Kinder?

Ich persönlich bin davon überzeugt, dass wir als männlich und weiblich geschaffen wurden und dass es einfach in unsere Genetik hineingelegt ist, wie wir uns entwickeln und welchem Geschlecht wir angehören.
Ich akzeptiere und respektiere Menschen voll und ganz, die sich mit ihrem eigenen Geschlecht unwohl fühlen und versuchen, ihren Lebensstil an ihre Befindlichkeiten anzupassen. Ich finde das psychologisch betrachtet sogar recht gesund, dass Erwachsene (!) für sich Strategien entwickeln, wie sie ihr Leben für sich angemessen und gesund anpassen können.

Ich denke allerdings, dass geschlechterspezifische „Verwirrungen“ eher ein psychopathologisches und weniger ein soziologisches, gesellschaftliches Thema sind. Ist es dann also sinnvoll, die Gender-Mainstreaming-Thematik auch schon in unsere Kitas zu tragen? Trägt es zur gesunden Entwicklung bei, einem Kind beizubringen, dass Geschlechter nicht festgelegt sind? Trägt es zur Gesunderhaltung des jungen Menschen bei?

Ich denke, es trägt dazu bei, dass die Menschen noch mehr in dem Denken bestärkt werden, dass sie alles selber in der Hand haben können. Dass sie nahezu zu 100% autonom in allen Entscheidungen sind. Dass sie sich sogar ihr Geschlecht aussuchen können, wenn ihnen danach ist.

Ein Gedankenspiel:
Ich kann nichts für meine hellbraune Haarfarbe, meine blasse Hautfarbe und mein weibliches Geschlecht. Ich bin so geschaffen. Ich könnte mir jedoch die Haare schwarz färben, täglich ins Solarium gehen und meine Geschlechtsmerkmale abändern lassen. Aber macht das aus mir dann wirklich einen „dunkelhäutigen Mann“?
Werde ich je wissen, wie sich zum Beispiel ein griechischer Mann fühlt, wie es „im ihm ist“, nur weil ich es mir lange genug wünsche – mir lange genug vorstelle?

Versteht mich nicht falsch, ich will mich über das Thema nicht lustig machen – im Gegenteil. Ich nehme jede Meinung ernst und möchte konstruktiv zur Debatte beitragen. Aber lasst mir doch bitte folgende Gedanken: ist die neue Gender-Thematik nicht vielleicht einfach eine theoretische Ideologie, die sich in der Realität eigentlich eher destruktiv auswirkt? Passt diese Ideologie in die Welt, in die wir hineingeboren wurden? Stiftet sie vielleicht nur noch mehr Verwirrung, Spaltung und Unordnung in unserer ohnehin schon verwirrenden, gespaltenen und ungeordneten Welt? Und wenn Erwachsene davon schon ganz durcheinander geraten, sollten wir dann unsere Kinder schon damit konfrontieren?

Herzlichst, Rebecca

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10 Kommentare

  1. So theoretisch umschrieben weiß ich nicht genau, was du meinst? Im Kindergarten geht es doch letztlich nur darum, dass Jungs für ihren Glitzer-Pulli nicht ausgelacht werden oder das interessante Dinosaurier-Buch eben nicht „nur für Jungs“ ist. Übrigens hast du recht: Ein Junge mit Rock wird kein Mädchen, sondern bleibt ein Junge mit Rock. Und das darf er doch sein, oder?

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    1. Hallo! Ja, mit der Akzeptanz der Menschen an sich hast du absolut recht und da bin ich auch voll bei dir. ABER: es bleibt momentan nicht bei der Akzeptanz und Wertschätzung der Geschlechter. Es wird in Kitas „gelehrt“, dass es normal sei, wenn ein Junge sich z.b. als Mädchen fühlt (!) – nicht verkleidet o.ä.
      Es wird gelehrt, dass geschlechtsspezifische Merkmale praktisch nicht vorhanden sind und eine Unterscheidung der Geschlechter rein soziologische Hintergründe hat. Und das geht m.E. zu weit. Wahrscheinlich habe ich hier ein zu tiefgreifendes Hintergrundwissen vorausgesetzt 😊 LG

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  2. und ich bin nach wie vor der meinung dass es nicht normal ist wenn sich ein junge als mädchen und ein mädchen als junge fühlt ebenso wie es nicht normal ist wenn man versucht jahrtausendalte evolutionsmerkmale ausser kraft zu setzen um einem protestverhalten einmaligkeit zu verleihen. das problem ist ganz einfach dass die heutige generation nichts mehr hat wogegen sie rebellieren kann , gegen alles wurde ja schon protestiert ,so muß halt der geschlechterwahn herhalten – in ach bis zehn jahren ist das sicher auch vorbei und es pendelt sich wieder ein. ich habe drei söhne ,eine tochter und vier enkelinnen und zwei enkel die alle in ihrer rolle sehr zufrieden sind. lange rede kurzer sinn: im kindergarten hat der genderwahn nichts zu suchen , das verunsichert die kleinen noch zusätzlich zu dem was kinder heute schon verarbeiten müssen : eine welt die aus den fugen gerät weil kriege und armut das leben bestimmen.

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  3. Man kann ja viel meinen. Das ändert nur nichts an der Tatsache, dass es transsexuelle Menschen gibt. Das ist zwar selten aber eben doch normal. Und sich diese Tatsache ins Bewusstsein zu rufen hat ja nicht wahnhaftes, sondern ist eine Frage der Vernunft. Und einfach, weil man diese Erfahrung nicht gemacht hat und einem das irgendwie psychisch gestört vorkommt, Menschen (vor allem Kinder!) die nun mal so sind, zu verurteilen oder Kindern einreden zu wollen, dass es das eben nicht gibt, finde ich irgendwie schwer nachvollziehbar. Sollten wir Kindern nicht vermitteln wie die Welt ist, anstatt wie uns die Welt am bequemsten vorkäme?

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    1. Hallo Sebastian,
      aus der Sicht eines Erwachsenen hast du natürlich Recht. Und es ist sinnvoll, sich mit der ganzen Gender-Thematik auseinanderzusetzen. In der Kita allerdings, wo die Kinder noch überhaupt ein Bewusstsein für Geschlechter entwickeln müssen, ist das eher „zu viel des Guten“ und stiftet Verwirrung. Das ist, als ob du einem Erstklässler Integralrechnung beibringen möchtest. Es ist einfach ein psychologisch Komplexes Thema. LG, Rebecca

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      1. Hallo Rebecca, ich gebe Dir da im Prinzip auch recht. Ich denke in dem Alter sollte man prinzipiell nur auf Fragen reagieren. Wenn Fragen kommen, dann einfach, klar, aber eben auch ehrlich. Dafür allerdings müssen sich die Erwachsenen! die mit Kindern arbeiten auch mit diesen Themen auseinandersetzen.

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  4. Es findet eine Umwälzung der Werte statt!
    Bis vor wenigen Jahren o. Jahrzehnten gab es einen gesellschaftlichen Konsens darüber, was „gut“ oder „normal“ ist. Heute gibt es intensive Bestrebungen ANDERE Dinge als „gut & normal“ zu implementieren. – In einem anderen Blog habe ich über besagten Kindergarten gelesen, dass z.B. „Cinderella“ aus dem Bücherregal gestrichen wurde. Stattdessen findet man nun „Jösta und Johan – Die beiden schwulen Giraffen“, die sich ein Krokodils-Ei-Baby wünschen als Kinderbuch.
    Ich denke, diese Umwälzung hängt zu einem großen Teil auch damit zusammen, dass sich immer mehr Menschen von den großen Kirchen abgewendet haben, weil diese ihnen (geistlich!) nichts mehr zu bieten haben. – Dies wiederum basiert m. E. auf der Ausbildung der Pastoren/innen, welche offensichtlich zu einem Großteil von der historisch-kritischen Bibel-Exegese davon überzeugt wurden, dass z.B. Jesu Worte „in Wahrheit“ gar nicht von Jesus stammen würden. – Tja, mal kucken, was das in den nächsten Jahrzehnten für eine Rechnung geben wird…
    Ich finde es gut und mutig, Slow Mami, dass du dich als beruflich und privat kompetente Person diesem Thema widmest! 🙂
    Plakatschmiede.com | Bible-Blog

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