Mit diesen 4 Grundregeln lernt dein Kind richtig zu Kommunizieren

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Kinder gehören zu der Gruppe von Menschen, von denen wir verlangen, dass sie ganz besonders gut zuhören: sie sollen sich unsere Regeln anhören, sie verstehen und sich merken. Sie sollen lernen, unsere Sprache zu beherrschen und lernen so jeden Tag neue Wörter dazu. Und Kinder wollen doch auch so gerne lernen! Sie stellen Fragen über Fragen. Und wenn sie das Glück haben, auf einen Erwachsenen zu treffen, der bereit ist, ihnen ganz genau zu erklären, warum der Marienkäfer jetzt genau vier Punkte hat, dann hören sie gebannt zu und merken sich jedes Wort. Kinder wollen! Kinder sind regelrechte Schwämme – sie saugen alles auf. Doch nicht immer KÖNNEN sie auch zuhören. Zuhören ist eine Fertigkeit, die wir alle einüben müssen. Manchmal vergesse ich das und ich verlange zu viel von meinen Schützlingen. Dann vergesse ich, dass nicht jeder der HÖREN auch ZUHÖREN kann.

Oft merke ich selbst, dass ich von meinen Kindern einfach noch zu viel verlange. Doch besonders in Gesprächen mit Kindern sollten sich Erwachsene in ihrer Kommunikation den Fähigkeiten der Kinder anpassen. Dabei helfen folgende einfache Grundregeln:

1. Halte die Kommunikation so simpel wie möglich.

Sei mit der Sprache deines Kindes so geduldig, wie du es zum Beispiel auch mit einem französischen Austauschschüler wärst. Sie verstehen nicht alle Worte, müssen sich sehr konzentrieren, brauchen deine Mimik und Gestik zur Unterstützung und kennen noch nicht alle Redewendungen.

2. Keine unterschwelligen Nachrichten oder Ironie.

Wenn du „versteckte Botschaften“ in deine Sätze einbaust, kannst du nicht erwartenm dass dein Kind das versteht. Kommunikation ist ein Tanz, den Menschen miteinander Tanzen. Kinder müssen diese Tanzschritte noch lernen, sie brauchen Führung. Sie finden manchmal nicht die richtigen Worte oder nicht den richtigen Tonfall. Sie können unsere nonverbalen Signale noch nicht sicher deuten – die selbst senden aber sehrwohl nonverbale Signale aus! Bitte verwende auch keine oder möglichst „einfache“ Ironie – eine Faustregel besagt, dass Kinder erst ab ca. 7 Jahren in der Lage sind, Ironie zu deuten.

3. Fasse dich kurz!

Kinder können zu lange Sätze nicht gut verarbeiten (das ist gerade für mich super schwer – ich lieeeebe Schachtelsätze). Entweder sie hören dir einfach schon gar nicht mehr zu, während du sprichst, oder sie verstehen deinen Satz einfach nicht. Sie hören dann zwar was du sagst, verstehen tun sie es aber nicht!

4. Unterstütze dein Kind behutsam.

Gebe deinem Kind Sprache für das, was es selbst nicht ausdrücken kann und frage, ob das so richtig ist, wie du es formulierst. Frage nach, ob du die nonverbalen Signale richtig verstehst. Bringe auf den Punkt, was du glaubst, was dein Kind fühlt und hole dir Bestätigung oder auch Widerspruch ein.

Wie kann ich mich als Erwachsener für die Kommunikation meines Kindes sensibilisieren?

In Gesprächen, die Missverständnisse verursacht haben oder in Diskussionen beziehungsweise Streit hilft es mir, wenn ich mir ganz bewusst überlege:

  • Was habe ich gesagt?
  • Was wollte ich sagen?
  • Was wurde verstanden?

Übt miteinander Unterhaltungen zu pflegen!

Manchmal nehme ich mir ganz bewusst Zeit, um mich mit meinen Kindern zu unterhalten. Dann bin ich im wahrsten Sinne des Wortes „ganz Ohr“ und sage:

„Jetzt will ich mir Zeit nehmen und dir einfach mal zuhören. Du darfst mir erzählen, was immer du willst.“

Es ist total spannend, zu erfahren was meine Töchter wirklich im Leben beschäftigt und es bringt uns einander ganz nah, wenn sie merken, dass ich sie auch mit ihren Sprachfehlern, Ausdrucksmängeln oder Verständnisschwierigkeiten als Gesprächspartner wertschätze und ernst nehme.

Herzlichst, Rebecca

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8 Kommentare

  1. Danke für die Erinnerung! Ja, ich rede auch oft zu komplex für die jüngeren Kinder… Oder gebe zwei Aufträge auf einmal und überfordere sie damit. Was mir noch dazu eingefallen ist: Sätze mit „nicht“ vermeiden, weil Kinder das überhören, so etwas wie „Fall nicht runter.“ Besser wäre „Halte dich gut fest!“ Mir wurde neulich die Sache mit der kurzen, klaren Botschaft bewusst, als Junior mit dem Laufrad unterwegs war. Er schaut dann ja immer hier und drot und von vorn kam ein Radfahrer. Statt herumzueiern mit: „Fahr links, pass auf, nicht nach hinten schauen…“ oder ählichem, sage ich jetzt einfach „Schau nach vorn!“ Die Anweisung für die größte Not lautet: „Stopp!“ Beides sind klare Aussagen, mit denen sich eigentlich alle unvorhergesehenen Verkehrssituationen regeln lassen… Liebe Grüße, Martha

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    1. Vielen Dank fürs Lesen meines Blogs!
      Dein Beitrag ist ja wirklich ein Paradebeispiel für gelungene Kommunikation mit Kindern! Besonders in Situationen, in denen es schnell gehen muss, merken Eltern wirklich, wie „einfach“ Kinder noch in ihren kommunikativen Fähigkeiten sind.
      Und deine Bemerkung zum Thema „Nicht“ ist auch absolut richtig und wertvoll! In meiner Seelsorgeausbildung hieß es stets: die Seele kennt nicht nicht! Wir sollten also immer versuchen, unsere Sätze entsprechend umzuformulieren.
      Liebe Grüße, Rebecca

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      1. Liebe Rebecca, ich bin gerade auf deinem Blog gelandet und lasse doch mal einen Gruß hier.
        Danke, der Artikel spricht mir aus dem Herzen.
        Besonders in der Kommunikation mit unserer besonderen Tochter habe ich diese Regeln einer einfachen, direkten und positiven Kommunikation gelernt.
        Wenn man sagt, was man nicht will, beschwört man es sonst geradezu herauf. Und die Kommunikation ist so auch viel positiver!
        Liebe Grüße, Jojo

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      2. Hallo Jojo,
        vielen Dank für das Lesen meines Blogs und dein Lob – darüber freue ich mich sehr.
        Toll, dass du bewusst eine positive Art der Kommunikation mit deiner Tochter wählst und dass du die Mechanismen verstanden hast, die dahinter stecken! Dein Kind wird es dir sicher danken 😊
        Das mit der „selbsterfüllenden Prophezeihung“ in der Kommunikation hast du absolut auf den Punkt getroffen.
        LG

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  2. Oh ist das lange her….jetzt „erschlagen“ mich die „Kinder“ 14,19,22 mit Schachtelsätzen, Ironie, schwarzen Humor und Jugendsprache :-). Gut das ich das „Worttalent“ meines Vaters erbte (Entschuldigung der Geruch des Eigenlobes verzieht sich gleich wieder) und gut mithalten kann. Schöner und wertvoller Beitrag, herzlichst die Sandra aus dem Sommerzimmer.

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    1. Hallo Sandra aus dem Sommerzimmer 🙂 !
      Vielen Dank für das Lesen meines Blogs. Hach, wie freue ich mich schon auf die Zeit, wenn es bei meinen Töchtern endlich soweit ist … Dann werde ich mit bestimmt die heutige Zeit wieder herbei sehnen 😅
      LG, Rebecca

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