Warum distanzieren sich erwachsene Kinder von ihren Eltern? Und was kann die Generationen wieder zusammenbringen?

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Erwachsene Kinder entfernen sich von ihren Eltern. Sie gründen eigene Familien, verdienen ihr eigenes Geld und werden einfach unabhängig – und eigentlich ist das ja in einem gewissen Rahmen auch normal.

Doch immer wieder bemerke ich, dass einige erwachsene Kinder sich bewusst von ihren Eltern distanzieren. Sie sind froh, ihre Eltern endlich los zu sein, ihr eigenes Leben gestalten zu können. Sie haben vielleicht noch an alten Traumata zu knabbern oder sie müssen alte Wunden ihrer Kindheit heilen lassen. Und dann schließen sie ihre Eltern aus. Sie lassen sie dann zum Beispiel kaum am Leben der Enkel teilhaben. Leider geht ihnen dann aber auch ein wichtiger Teil der Identität verloren. Sie berauben sich zudem selbst einer wichtigen Ressource: die Lebenserfahrung eines geliebten, erwachsenen Menschen, auf die man eigentlich manchmal gern zurückgreifen würde.

Junge Erwachsene brauchen ihre Eltern öfter, als ihnen lieb ist: bei beruflichen Entscheidungen zum Beispiel. Bei Erziehungsfragen der Kinder oder auch beim Hauskauf. Es gibt viele Momente, in denen wir gerne auf die Weisheit einer liebenden Mutter vertrauen und zurückgreifen würden. Schade nur, wenn wir so jemanden nicht haben.

Also möchte ich nun an all die Eltern mit erwachsenen Kindern appellieren:

Lass dein Kind deinen Willen erkennen, denn wenn es deinen Willen kennt, dann wirst du berechenbar – und daraus wächst Vertrauen.

Stelle dir die Fragen: Was sind deine Lebensziele – und lassen sich diese Ziele mit denen deines Kindes vereinbaren? Was ist der Antrieb für dein Leben? Wo liegen deine Stärken und Schwächen? Wo kannst du deinem Kind Vorbild sein und an welcher Stelle musst du dein Kind an jemand anderes verweisen?

Signalisiere deinem Kind:
„Ich will dir auf dein Leben nicht einfach nur Antworten geben, ich will dir mich geben! Ich will dich nicht einfach nur ans Ziel bringen, sondern ich will den Weg mit dir gemeinsam gehen und mit dir dort ankommen.“

Wenn dein Kind weiß, dass du in bestimmten Themen den richtigen Weg kennst und deine Entscheidungen nur zum Besten deines Kindes führen, dann wird es dir vertrauen. Es vertraut dir selbst dann, wenn es deine Entscheidung nicht versteht und die Ziele noch nicht sieht. Es wird in deine Erfahrung und Lebensweisheit vertrauen – ganz nach dem Motto: „Mama knows best“

Der Grund, weshalb dein Kind nicht auf deine Worte hören mag ist nicht unbedingt immer Rebellion – sondern manchmal eben auch Misstrauen. Misstrauen in deine Motive, in deine Erfahrung und in deine Gesinnung. Dein Kind muss sicher sein können, dass du wirklich das Beste für es im Sinn hast. Dass du gemeinsam in der Familie den besten Weg finden willst. Dass du für deine Familie bist und nicht gegen sie. Dass du sogar selbstlose Entscheidungen treffen kannst, auch wenn sie mal zu deinem eigenen Nachteil sind.

Wenn dein Kind in einer bestimmten Angelegenheit Führung braucht, weil es weiß, dass es jetzt in dieser Sache nicht alleine weiter weiß, dann ist absolutes Vertrauen wichtig. Wenn dieses Vertrauen da ist, dann lässt dein Kind sich an die Hand nehmen und geht den Weg mit dir, auch wenn es die Route vielleicht noch nicht kennt. Das baut Misstrauen ab!

Die Prämisse soll auf lange Sicht folgende sein:
Eltern entscheiden so, wie das Kind sich entscheiden würde, wenn das Kind wüsste, was die Eltern wissen.

Herzlichst, Rebecca

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