Aus Liebe, die keinen Gehorsam fordert, entsteht Folgsamkeit

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Wenn die Beziehung zwischen dir und deinem Kind gegenseitig auf Liebe basiert, dann wird dein Kind nicht gehorchen und deine Regeln einhalten – nein, es wird mit Freude die Dinge tun, von denen es gelernt hat, dass sie gut sind. Das ist der Unterschied zwischen Gehorsam und Folgsamkeit.

Kinder begreifen nicht nur mit dem Verstand und durch Taten, sondern auch mit dem Herzen. Lernen mit „Kopf Herz und Hand“ heißt es in der sehr erfolgreichen Erlebnispädagogik. Das Wissen um diese wertvolle Verknüpfung sollten wir engmaschig in unseren Alltag einbauen. Wir können Kindern nicht einfach nur sagen, was gut und schlecht ist – wir müssen es vorleben, es ihnen zeigen, es spürbar machen.

Die Regeln, die uns wirklich am Herzen liegen, werden sich von selbst in unserem Kind verinnerlichen, wenn wir sie konstant und mit Freude vorleben. Dabei sollten wir unserem Kind Zeit geben, die Handlungen zu beobachten und zu hinterfragen.

Beispiel: Es ist ok, wenn ein kleines Kind erstmal nicht „Danke“ sagt, wenn es an der Wursttheke ein Würstchen geschenkt bekommt. Es ist vielleicht noch ängstlich Fremden gegenüber. Wenn wir aber konstant vorleben, dass „man Danke sagt“ und dass das etwas nettes ist, das dem Gegenüber ein Lächeln ins Gesicht zaubert – dann wird dein Kind dieses Verhalten lange genug beobachtet und geprüft haben, sodass es das auch nachahmen wird. Es zeigt dann in diesem Punkt Folgsamkeit.

Dein Kind wird dir nicht näher kommen, wenn es einfach nur zwangsläufig deine Regeln einhält. Es nützt also nichts, wenn ich mein Kind ständig „vorführe“ und an der Wursttheke sage: „Na, was sagt man?“
Das löst in dem Kind nur ein unbehagliches Gefühl aus und bewirkt auf lange Sicht nur das Gegenteil: das Kind wird auf Situationen, in denen es Danke sagen sollte negativ konditioniert – diese Situationen lösen ein unangenehmes Gefühl aus. Das Kind sagt ungern Danke.

„Ich muss das tun, sonst wird Mama böse auf mich“

Diese Herzenshaltung in einem Kind ist zum scheitern verurteilt. Es treibt dein Kind vom gewünschten Verhalten und von der Beziehung zu dir weg. Die richtige Herzenshaltung in der Beziehung ist entscheidend.

Tut dein Kind, was es tut, weil das muss? Weil es als lieb wahrgenommen werden will? Oder tut es das, weil es weiß, dass es gut ist? Weil es das gelernt hat, weil es das geprüft und hinterfragt hat?

Kenne als Erwachsener und Vorbild den Unterschied zwischen dem Sein und dem Tun. Wer bist du und was TUST du? Deine Herzenshaltung zu dir selbst und deine Selbstannahme bestimmen dein Handeln.

Nicht das Tun sorgt dafür, dass ich gut bin.

Es ist genau andersherum: Mein Wesen, mein Inneres, mein Herz sorgt dafür, dass ich gut bin. Und wenn ich mir meines Herzens sicher bin, dann folgen meine Handlungen zwangsläufig nach – man kann dann einfach gar nicht anders, als zum Beispiel höflich und hilfsbereit sein. Wenn die Herzenshaltung liebend ist, dann liebe ich auch mich und mein Umfeld.
Es klingt so einfach. „Wenn ich weiß, dass ich gut bin, dann tue ich auch Gutes.“

Ein Kind, das reumütig zur Mutter kommt und beichtet, eine Vase kaputt gemacht zu haben, macht eine unglaubliche Erfahrung von Liebe und Vergebung, wenn es einfach versöhnlich und gnädig in den Arm genommen wird.

Ein Kind darf zugeben, dass es ein Kind ist und noch Fehler macht. Dafür ist es Kind. Und dann können wir es in den Arm nehmen, ihm einen Kuss geben und uns von Herzen an den kleinen Fortschritten erfreuen. Dafür sind wir Eltern.

Herzlichst, Rebecca

3 Kommentare

  1. Hi Rebecca,
    schöner Beitrag! Dazu passt das Bild eines Liebestanks, den Kinder haben….ist der Liebestank voll ist das Kind auch „folgsam“, ist der Liebestank nicht voll genug, beginnt das Kind auszutesten , Grenzen auszuloten…als üsste es herausbekommen wie geliebt es eigentlich ist…

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