„Unartige Kinder“: So wie die Sonnenblume nicht zwischen Licht und Wärme unterscheidet, unterscheiden Kinder nicht zwischen Aufmerksamkeit und Liebe!

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Kinder sind der Spiegel unserer Taten und sie möchten immer ihrer Umgebung entsprechen. Sie wollen ihren Hunger nach Liebe stillen und nehmen alles auf, was sich ihnen bietet. Sie verhalten sich wie Sonnenblumen, sie drehen ihre Köpfe in die Richtung aus der die Sonne scheint. Sie fügen sich der Rolle, die ihnen von ihrem Umfeld zugeschrieben wird – egal welche es ist.

Wenn ein Kind zum Beispiel gesagt bekommt: „Du bist klein und nervig!“, dann wird es sich sich auch so verhalten. Die Rollenzuschreibung ist dann so etwas wie eine Selbsterfüllende Prophezeiung. Und wenn das Kind sich auch „klein und nervig“ verhält – und dieses Verhalten wird dann auch noch durch geschenkte Aufmerksamkeit honoriert – dann ist die Fehlprägung in der Persönlichkeit bereits in vollem Gange.

In diese Kategorie passen auch Sätze wie:

„Aus dir wird nie etwas!“

„Du bist zu nichts nütze!“

„Immer machst du alles falsch!“

Kinder möchten den Wünschen der Familie entsprechen, so verdreht diese Wünsche bzw. Rollenzuschreibungen auch wirken mögen.

Beispiel „Zappelphillip“

Wenn Eltern ihr Kind immer darauf ansprechen, dass es beim Essen so viel herumzappelt, dann werden sie ihren Blick leider immer öfter auf dieses unerwünschte Verhalten fokussieren. Sie werden ihr Kind dann beim Essen sicher bei jeder Mahlzeit Maßregeln und Zappelphilipp nennen. Wenn das Kind aber erstmal gelernt hat, dass es durch die Rolle des Zappelphilipp Aufmerksamkeit bekommt, dann wird es immer weiter Zappeln.

Unbewusst spult das Kind dann folgendes Programm ab: „Never change a Running System. Wenn meine Eltern sich einen „Zappelphilipp“ wünschen, dann werden sie auch einen bekommen.“

Warum ist das so? Wieso kann mein Kind  nicht einfach „artig“ sein?

„Artige“ Kinder, die erwünschtes Verhalten zeigen, fühlen sich oft ignoriert. Das liegt daran, dass diese Kinder dann ja keine Arbeit verursachen und somit keiner besonderen Aufmerksamkeit bedürfen. Artige Kinder sind unauffällig – sie bedürfen schlichtweg keiner besonderen Aufmerksamkeit. Hieraus interpretiert die Kinderseele schnell, dass sie von ihren Eltern nicht genug beachtet werden – dass sie ignoriert werden. Ignoranz ist allerdings für Kinder eine herbe Strafe, nichts straft so sehr wie Ignoranz!
Sie lernen dann, dass „artig sein“ sich nicht auszahlt – Herumzappeln aber löst Aufmerksamkeit aus, sprich: unartig sein zahlt sich aus!

Eltern sollten für sich einmal klar reflektieren:

  1. Welches kindliche Verhalten genau stört mich?
  2. Warum stört mich dieses kindliche Verhalten?
  3. Was ändert das kindliche Verhalten in der konkreten Situation?
  4. Wie verhalte ich mich dann bzw. wie REagiere ich?
  5. Was möchte mein Kind in mir damit auslösen?
  6. Kann ich dem unerwünschten Verhalten vorbeugen, indem ich meinem Kind schon im Vorhinein gebe, was es sich wünscht?

Wenn man sich diese Fragen einmal selbst beantwortet, kann man als Elternteil regelmäßig versuchen, seinem Kind gegenüber bewusst zu agieren. Agieren – nicht reagieren!

Liebe und Aufmerksamkeit sind in der Seele eines Kindes eng miteinander verknüpft. Und jedes Kind wünscht sich eigentlich nur Liebe und Aufmerksamkeit. Wenn wir unsere Kinder prophylaktisch Lieben und ihnen vorsorglich Aufmerksamkeit schenken, dann machen wir damit keinesfalls etwas verkehrt.
Dann wenden Sie sich der Liebe und Aufmerksamkeit zu, die wir Ihnen schenken – so wie die Sonnenblume, die ihren Kopf zur wärmenden Sonne dreht.

Und die Begriffe Liebe und Aufmerksamkeit führen uns nun auch schon wieder direkt zu meinem Lieblingsthema: Zeit. An Ende aller Gedanken landen wir immer wieder beim Begriff der Zeit – was uns unweigerlich mit der Nase darauf stupsen lässt, wie unendlich kostbar sie für uns Familien ist.

Herzlichst, Rebecca

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