„Ich bringe dich ins Heim!“ – Sätze, die eine Kinderseele brechen

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Es gibt Sätze aus den „alten Zeiten“, die viel zu viele Kinder gehört haben, obwohl sie schlichtweg schmerzhaft sind. Sie verletzen Kinderseelen und schädigen das Selbstbild eines Menschen nachhaltig bis ins Erwachsenenalter. Sie sollen gewisse Erziehungsmaßnahmen unterstützen oder sind einfach als Spaß gemeint. Was Eltern mit den Aussagen auslösen, ist ihnen oft nicht bewusst.

„Dann Verkaufe ich dich eben.“
„Ich verschenke dich!“
„Ich bringe dich ins Heim!“
„Dich will ja eh keiner.“
„Kann ich dich nicht einfach im Laden umtauschen?“
„Denen muss ich dann sogar noch Geld geben, damit sie dich nehmen.“

Dem Kind wird suggeriert, es sei eine Ware, die man einfach umtauschen, verkaufen oder verschenken kann.

Diese Sätze sind allesamt wahre Klassiker in der Riege der niederschmetternden Spaßdrohungen, die mache Eltern unbedacht ihren vermeintlich widerspenstigen Kindern um die Seele hauen. Dieser und ähnlich negativ anmutende Sätze prägen eine Kinderseele wie kaum andere. Sie wirbeln eine große Staubwolke auf, bestehend aus:

  • Ablehnung
  • Verzweiflung
  • Machtlosigkeit
  • Versagensangst

Was diese Aussagen mit einer Kinderseele unter anderem machen können:

Hierfür möchte ich die Ausgangslage klar ins Gedächtnis rufen – diese ist folgende: Kinder sind dem Willen ihrer Familie ausgeliefert. Das ist meistens kein Problem, denn Eltern sind stets bemüht zum Wohl des Kindes zu handeln. Kinder fügen sich ihrer Familie und glauben den Erwachsenen. Sie leben in der Realität, die ihre Familie ihnen schafft, denn sie kennen doch nichts Anderes. Als Kind ist man äußerst flexibel in seiner Weltanschauung und man gibt sich recht fügsam den Umständen hin, denen man ausgesetzt ist.

Wenn Kinder nun mit oben genannten Sätzen konfrontiert werden, unterstehen sie einer Angst, dass ihre Familie sie nicht genug lieb hat und dass sie sich anstrengen müssen, damit sie bei ihren Eltern bleiben dürfen. Sie unterstehen plötzlich einem Leistungszwang. Dem Zwang, perfekt sein zu müssen, weil sie sonst ins Heim kommen oder verkauft bzw. verschenkt werden. Sie lernen, dass sie Leistung bringen müssen und mindestens den Anforderungen gerecht werden müssen (wenn nicht sogar übertreffen!) damit sie geliebt werden oder damit sie überhaupt erwünscht und geduldet sind.

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Wenn ein Kind zu oft das Gefühl hat, nicht zu genügen, kann für diesen Menschen dann dauerhaft folgender Glaubenssatz resultieren:

„Ich bin nicht gut genug!“

Diese Einstellung kann sich so tief in eine Seele einbrennen, dass sich selbst im Erwachsenenalter noch ein Zwang zeigen kann, immer der Beste sein zu wollen und die Erwartungen der Anderen zu übertreffen, damit die Mitmenschen einen zu schätzen wissen.

Es ist nicht leicht, einem Menschen, der denkt, er sei austauschbar und unwichtig, zu zeigen, dass er trotz allem wertvoll, einzigartig und geliebt ist. Menschen, die stets denken, nicht gut genug zu sein, haben später als Erwachsene häufig Beziehungsprobleme, Bindungsschwierigkeiten, Probleme mit dem Selbstwert oder auch berufliche Probleme.

Welche typischen Elternsätze es noch gibt, die du vermeiden solltest, kannst du hier nachlesen.

Am besten kann solchen Problemen vorgebeugt werden, indem Eltern ihrem Kind schon von Anfang an positive Glaubenssätze mit auf den Weg geben, wie zum Beispiel:

„Du bist wertvoll und ich habe dich lieb.“

„Wir sind froh, dich bei uns zu haben – du bist willkommen!“

„Du bist einzigartig und gut!“

Herzlichst, Rebecca

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2 Kommentare

  1. Ich liebe diese kurzen impulsiven Gedankenanstöße auf deinem Blog. Ich hatte beim lesen eben den Gedanken, das wir solche Sätze, wie eine Art Erbfluch an unsere Kinder weiter geben, wenn wir uns nicht bewusst damit auseinandersetzten, ich bin so froh das dieser Post dazu einlädt!

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    1. Danke für das Lesen meines Artikels!
      Deiner Ergänzung mit dem Erbfluch kann ich nur zustimmen! Wer gute Elternschaft leben will, sollte seine eigene Kindheit gut reflektiert haben. Liebe Grüße

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