Lasst uns unsere Perlen vor die Kinder werfen!

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Menschen, die noch ganz am Anfang ihres Lebens stehen, haben für ihre Entwicklung und Begleitung nur die qualifiziertesten Personen verdient. Hoch qualifizierte Pädagogen in Krippen sind keine vor die Säue geschmissenen Perlen!

„Du bist völlig überqualifiziert!“

Neulich sagte meine Teamkollegin zu mir, dass ich für den einfachen Erzieherjob eigentlich überqualifiziert und fehlbesetzt sei. Dass es vielleicht sinnvoll für mich sei, nochmal irgendwann zu studieren und einen Job in einer „höheren Position, vielleicht irgendwas im Jugendamt oder in irgendeinem Büro“ zu machen. Das war als Ermutigung und Kompliment gemeint und so habe ich es zunächst auch aufgefasst. Es machte mich schon ein bisschen stolz und natürlich erfreut es mich, wenn jemand meine Fähigkeiten wertzuschätzen weiß.

Nichtsdestotrotz machte es mich nachdenklich: wenn ich so ein fundiertes Wissen habe und als überqualifiziert gelte – bin ich dann nicht genau dort, wo ich hingehöre? Also, bin ich dann nicht eigentlich genau richtig? In der Arbeit mit Kleinkindern, im direkten Kontakt zu der Generation von morgen? Sollten wir nicht grundsätzlich nur die besten Köpfe auf unsere Kinder „loslassen“?

Die Wissenschaft und alle Pädagogen sind sich einig, dass die ersten Lebensjahre absolut entscheidend für die Prägung und Entwicklung eines Menschen sind. In den ersten Jahren sind die Menschen noch am meisten beeinflussbar. Jedes noch so kleine positive Erlebnis und jedes winzige Trauma, das in der jungen Kindheit erlebt wird, schlägt Wellen, die im Laufe der Zeit immer größere Bahnen schlagen und schlussendlich ein Teil unserer Persönlichkeit werden. Auf manchen Wellen kann der Mensch reiten und sich weitertragen lassen – doch in manchen Wellen drohen wir sogar zu ertrinken.

Eines Tages werde ich mich dafür rechtfertigen müssen, was ich mit meinen Gaben und Talenten angefangen habe. Dann kann ich angstfrei und voller Freude antworten: ich habe sie verhundertfacht, denn ich habe sie mit Kindern geteilt!

Herzlichst, Rebecca

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5 Kommentare

    1. Hallo meinalternativesleben!
      Ich sehe nicht nur meinen Erfolg in der kommenden Generation, sondern auch meine Erfüllung! Es macht einfach Spaß, zu sehen, wie Menschen sich entwickeln. Sei es bei kleinen Kindern oder bei gestandenen Erwachsenen – ein Wunder ist es immer wieder. Und wenn ich einen Teil dazu beitragen kann, dann macht mich das glücklicher als irgendein Zettel, auf dem Zahlen drauf gedruckt sind 😉
      LG, Rebecca

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  1. Superschön.
    Bleibt aber die ungemütliche Frage, ob eine Stelle im Jugendamt oder ähnliches dann von „Deppen“ besetzt werden sollte. Wo helfen die schlauen Köpfe mehr?

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    1. Hallo schokominzabon,
      als erstes musste ich laut über deinen Kommentar lachen! 😉
      Nein, ich denke nicht, dass im Jugendamt nur unqualifizierte Personen sitzen. Ich habe zu einigen Mitarbeitern des Jugendamtes aus meinem Landkreis beruflichen Kontakt und bin durchaus auf kompetente Fachkräfte gestoßen. Und auch diese Fachkräfte würde ich lieber in die Arbeit mit Kindern stecken 😅
      Es ist leider ein Dilemma, verflochten durch mangelnde Wertschätzung und falsch angesetzten Löhnen. Denn leider bestimmen in unserer Gesellschaft die Höhe der Löhne den WERT einer Arbeit.
      LG, Rebecca

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