Am Ende ist der Gute immer der Dumme!

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„Warum ist am Ende der Gute immer der Dumme?“

 

Ich liebe es in Bildern zu denken und auch hier habe ich natürlich ein Bild vor Augen. Ich stelle mir das so vor:
Das Richtige tun hinterlässt jedesmal einen kleinen, glitzernden Aufkleber, den wir uns freudig in unser Sammelalbum in unserem Herzen kleben dürfen – er erinnert uns dann an die gute Tat. Dafür brauchen wir nicht einmal Anerkennung von Anderen, denn so einen Sticker können wir uns selbst schenken: Auch, wenn es außer dir keiner gemerkt hat, fühlt sich Gutes tun einfach gut an.

Doch gelegentlich haben sogar die, die Böses tun, Erfolg und kommen weiter. Das fühlt sich dann ungerecht an und entmutigt uns, weiterhin „gut“ zu sein. Besonders wenn der, der Gutes tut, dann auch noch leiden muss.

Muss Gutes tun denn immer einen Lohn haben? Ist es nicht sinnvoll, Böses zu überwinden um des Guten Willen – nicht um des Lohnes Willen?
Ich denke schon. Denn jeder ist der Täter in seinem eigenen Leben. Du tust, was DU tust. Jeder erschafft sich durch sein Handeln und Denken seine eigene Realität. Du musst dich am Ende deines Lebens mit deinem Handeln nicht vor anderen verantworten; wohl aber vor dir selbst. Du bist also in all deinem Tun eigenverantwortlich. Die Herzenshaltung und die Anerkennung eines Menschen vor sich selbst ist am Ende vielleicht alles, was noch zählt.

Ich habe als Kind von meinem Vater gelernt: Schlechtes potenziert sich, zieht sich gegenseitig an und verschlimmert sich gegenseitig. Bei gutem sei es genauso. Das müsste in der logischen Konsequenz bedeuten, dass ich möglichst viel Gutes tun müsste, damit mir selbst auch viel Gutes widerfährt.

Aber geht es den Guten denn überhaupt gut? Wieso gewinnt das Böse so oft und das Gute verliert? Stimmt diese Sicht denn überhaupt? Ist es tatsächlich so, dass das Böse gewinnt? Sind wir hier nicht vielleicht schon wieder bei der Erschaffung der eigenen Realität angekommen? Möglicherweise. Mein Denken bestimmt mich und mein Handeln. Und wenn ich meinen Blick wiederum nur auf die Personen und Handlungen lenke, die gemein und böse sind, so lebe ich in meiner defizitorientierten Realität. Dann werde ich auch nur noch auf all das achten, was schlecht, unrecht und ungerecht ist.

Aber es gibt dann manchmal einfach diese Tage, an denen ich denke:

„Das ist ungerecht! Das alles fühlt sich so ungerecht an.“

Solche Gefühle sind menschlich und es spricht doch für die Gesundheit der Seele, dass man sich überhaupt noch für Gerechtigkeit interessiert. Doch Ungerechtigkeit darf uns nicht davon abhalten, gut zu sein – es darf uns nicht zum endlosen Jammern und zur Starre veranlassen!

Ich gebe dir ein anregendes Beispiel: ein Reisebus voller Männer besitzt genauso viel, wie die Hälfte der Weltbevölkerung. Das bringt einen in Grübeln.

Der rechtschaffene Weg ist nicht immer der Attraktive, dennoch ist er der Richtige.

Und dann komme ich wieder bei meinem Bild an: Jedes Mal wenn wir Gutes tun, kleben wir einen kleinen, glitzernden Aufkleber in unser Herz. Und wenn wir alt sind, dann öffnen wir unser Herz, nehmen das Sammelalbum und erfreuen uns an den vielen, kleinen glitzernden Momenten, die wir irgendwann mal erlebt haben.

In dem Moment, in dem wir uns entmutigen und endgültig aufhören an das Gute zu glauben, ist es so als ob wir dieses Sammelalbum trotzig ins Feuer werfen. Alles was übrig bleibt, ist dann ein Häuflein Asche und unsere glitzernden Erinnerungen werden vom nächsten Sturm in alle Richtungen verstreut. Ab dem Moment hat unser Herz nichts mehr, an dem es sich in Zeiten der Not erfreuen kann – nichts auf das es voller Freude zurück blicken kann. Dann ist da nichts glitzerndes mehr, dann ist da nur noch dunkle Leere.

Wenn wir aufhören, an das Gute zu glauben, dann haben wir verloren.

Herzlichst,

Rebecca

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