Verwöhnen ist die neue Verwahrlosung

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Eine Mama ist sicher am Wohl des Kindes interessiert und freut sich, zu helfen. Das ist völlig natürlich und nett gemeint. Aber oftmals tun wir unseren Kindern damit keinen Gefallen. Wir helfen unserem Kind an seinen eigentlichen Bedürfnissen vorbei.

Das Endziel der Erziehung soll ja sein, dass aus dem Kind ein selbstbestimmter Erwachsener wird – ausgestattet mit genug Handwerkzeug um das Leben zu meistern.

„Übung macht den Meister!“

Sagt meine 5-jährige Tochter in letzter Zeit immer. Ich glaube, sie hat den Satz aus der Kita aufgeschnappt. Der Satz hat ein eher angestaubtes Image. Er wirkt so altbacken, militant und vorsintflutlich. Und doch hat er so einen wahren Kern.
Lass dein Kind sein Leben selbst mit dir an seiner Seite meistern. Besonders wichtig sind hier folgende Schlagwörter: Seite! Selbst meistern! Dein Kind wird nichts lernen, wenn du seine Probleme für es löst.

Dein Kind wird nie lernen, Treppen hinaufzusteigen, wenn du es immer trägst. Es wird nicht lernen, selbst zu essen, wenn du es immer fütterst. Und es wird nicht lernen, selbstständig mit dem Bus zu fahren, wenn du es immer mit dem Auto chauffierst. Es wird sich immer auf dich verlassen und nie Eigenverantwortung lernen.

Und was passiert, wenn es dann doch mal auf sich gestellt ist und du nicht da bist um es die Treppen* hinaufzutragen? Nun, Es wird die Treppe vermutlich herunterfallen. Aber das ist ok. Ein Kind muss auch lernen, dass man auch mal hinfällt. Dass es ok ist, zu fallen. Dass fallen auch mal wehtut und man sich vielleicht sogar eine blutige Schramme holt. Denn auch Fallen will gelernt sein. Und dann kannst du als Mama wieder da sein – eine starke Schulter zum anlehnen bieten, deinem Kind zur SEITE stehen. Und ihm Mut machen, die Treppenstufen abermals SELBST zu MEISTERN.

*(ich lade dich ein, die Treppenstufen als einfache Metapher zu sehen 😉)

Herzlichst, Rebecca

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Hier schreibt ein Familientherapeut über Verwöhnung, seine Konsequenzen und den Weg aus der Verwöhnung

 

Ein amüsantes Werk über Helikoptereltern und wie sie das Leben ihrer Umwelt und Kinder zur Hölle machen

 

 


2 Kommentare

  1. So ist es. Zum Glück nehmen uns die Kids diese Entscheidung meist sowieso ab. Helfen oder nicht helfen? Sie WOLLEN die Dinge alleine machen und lassen sich irgendwann gar nicht mehr helfen. 🙂

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    1. Hallo Schokominzabonn,

      vielen Dank für deinen Kommentar. Du hast absolut recht. Eigentlich wollen Kinder aus sich selbst heraus die Welt entdecken und meistern. ABER: sie unterliegen auch dem ständigen Verlangen, einen Machtkampf mit ihren Eltern auszutragen, wollen ihre Grenzen erweitern und ihre Eltern dominieren. Dies kann man fast überall tagtäglich dort beobachten, wo sich Eltern mit ihren Kindern aufhalten. Hier ist dann die Kompetenz und das richtige Handeln der Eltern gefragt. Wenn Kinder ihre Eltern immer öfter dazu bringen, nach ihrem Willen zu handeln, so könnte es passieren, dass das Kind irgendwann gar nicht mehr in der Lage ist, sich in bestimmten Lebenssituationen alleine zurecht zu finden. So gerät das Kind in eine puntuelle Abhängigkeit und entwickelt eine sogenannte „sekundäre Behinderung“, d.h. eine von außen gemachte Behinderung, die von Natur aus eigentlich gar nicht da ist. Ein Beispiel hierfür ist das Schuhe anziehen: wenn ein Kind mit 5 Jahren seine Klettverschluss-Schuhe noch nicht anziehen kann und auf die Hilfe seiner Eltern angewiesen ist – dann ist in aller Regel von solch einem Fall auszugehen. Dies zeigt uns, dass Erziehung schon in den kleinsten Details zum Tragen kommt.

      Liebe Grüße,
      Rebecca

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