Wenn Kinder Angst vor Monstern haben: Wie Gebet hilft, sie zu vertreiben

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Wie gehe ich mit Monstern um? Mit welcher Methode helfe ich meinem Kind, die Angst zu überwinden und warum ist sie sogar für die Persönlichkeitsentwicklung sinnvoll? Dies erläutere ich anhand einer Situation aus meinem Alltag.

Bettgehzeit – Zähneputzen. Meine Tochter war alleine im Badezimmer und fing plötzlich an, wie wild zu schreien. Es war nicht dieses normale Schreien. Eher so ein hysterisches Abkreischen, was sie sonst nur hat, wenn sie sich richtig doll wehgetan hat. Während sie schrie, kam sie schon aus dem Badezimmer und ich lief ihr entgegen. „Was ist passiert?“ schrie ich sie an. Sie schrie einfach nur zurück. Zitterte. Weinte.

Das Schreien verwandelte sich in Schluchzen. Nun konnte sie reden.

„Da war ein Monster, das hat mich angeschrien. Es wollte mich auffressen oder beißen. Ich habe das in meinem Kopf gehört, aber nicht gesehen. Das Monster war wie ein Löwe und hat so „RRRRRAAAARRRR!!!“ gemacht.“

Ich nahm sie ganz fest in den Arm und drückte sie an mich. Ich streichelte ihren Kopf und dachte leise vor mich hin: „So ein Wirbel um Nichts, na klasse. Ein Monster im Kopf – was soll ich denn jetzt bitteschön damit anfangen?!“ Aber war es wirklich Nichts? Sie hatte ja nun mal reelle Angst. Und sie konnte sogar mit ihren fünf Jahren schon differenzieren, dass das Monster eigentlich nur in ihrem Kopf war. Aus irgendeinem Grund hatte sie ein Geräusch gehört, das sie in Panik versetzt hatte. Ich konnte das doch nun unmöglich als „Ach, da ist nix!“ abtun. Andererseits wäre es auch blödsinn, mit ihr ins Badezimmer zu gehen, um ihr zu zeigen, dass da wirklich kein Monster ist. Schließlich hatte sie das Monster ja gehört.

Ich hielt kurz inne, drückte sie noch fester an mich und tat das, was mir als einzige vernünftige Möglichkeit in den Sinn kam: ich betete.

„Gott, beschütze dieses kleine Mädchen. Sie hat dich lieb und du hast sie lieb. Nimm dieses Monster von ihr weg und lege deine schützenden Hände über sie.“

Sofort hörte meine Kleine auf, zu weinen. Kein Schluchzen. Kein Schreien mehr. Sie beruhigte sich schlagartig. Sie fühlte sich behütet, ihr ging es wieder gut.

Ich möchte hier nun gar keine theologische Frage klären. Ich möchte die Situation einfach nur aus der pädagogischen Sicht beleuchten.

Was ist passiert?

Das Kind hatte Angst und ich habe ihre Angst ernst genommen. So weit, so gut. Die Angst war fiktiv – wäre es also sinnvoll gewesen, das Monster zu suchen? Sicher nicht. Es könnte die Situation sogar noch schlimmer machen, wenn ich ein fiktives Monster in die reale Welt hineinhole. Am Ende denkt meine Kleine noch, da kommt wirklich noch ein Löwe in unserem Haus vorbei! Es wäre auch nicht im Sinne einer gewaltfreien Erziehung gewesen, das Monster „wegzuschicken“. Das heißt, ich hätte ja auch ins Badezimmer gehen können und den leeren Raum anpöbeln können. Dann hätte ich meiner Tochter sagen können, dass ich das Monster verjagt habe.

Was hätte ich dann getan? Ich hätte sie von mir abhängig gemacht. Denn von nun an braucht sie immer die Gewalt und Autorität ihrer Mami, um böse Monster zu verjagen.

Was habe ich also getan, indem ich gebetet habe?

Ich habe Gott meiner Tochter zur Seite gestellt. Er ist „der Größte und kann alles“, wie manch ein Kind gern zu sagen pflegt. Ich habe meine Tochter unter den Schutz des „Größten“ gestellt, sodass sie sich nun behütet und sicher fühlt. Genau so, wie der Löwe unsichtbar war, so ist auch die Hand Gottes unsichtbar, die meine Tochter schützt. Ich habe mein Kind nicht noch abhängiger von mir gemacht, als es ohnehin schon ist. Stattdessen habe ich ihr ein Werkzeug an die Hand gegeben, mit dem sie sich gegen böse, unsichtbare Monster sogar selbst schützen kann: Gebet.

Warum hilft Gebet?

Gebet tröstet, es beruhigt, es richtet die Gedanken neu aus und hilft dabei, eine unangenehme Situation klar zu benennen. Ein Gebet ordnet die wirren Gedanken und fasst sie in geordnete Worte. Ein Gebet kann viel! Gebet schult unsere Kinder in vielen Bereichen. Besonders in der emotionalen Entwicklung unterstützt Gebet Kinder dabei:

Klar in sich hineinzufühlen, Bedürfnisse zu erkennen, Emotionen zu erfassen, Wünsche zu definieren und negatives loszulassen.

Das sind Fähigkeiten, die sogar manch Erwachsener nicht drauf hat! Es ist total ermutigend für ein Kind, im Beten geschult zu werden. Ob du nun religiös bist, oder nicht, das spielt in erster Linie für dich und dein Kind keine Rolle. Du kannst mit deinem Kind auch Beten, ohne religiös zu sein oder das Wort „Gott“ zu benutzen. Man kann auch zum Beispiel einfach aus dem Fenster heraus sprechen und dabei den klaren Sternenhimmel ansehen. Es ist auf jeden Fall eine Erfahrung wert. Und um Monster zu verjagen reicht’s allemal.

Herzlichst, Deine Rebecca

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